Weiterbildungskurs am 8. März 2022

Der Mensch als Sicherheitsfaktor – Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation (HOF)

NEU: virtuelle Durchführung

17. Jan. 2022

Veranstaltungsdetails

  • Di., 08.03.2022 - 08:00 Di., 08.03.2022 - 17:00
  • Der Weiterbildungskurs wurde aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation als virtuelle Veranstaltung durchgeführt. 

WBK Symbolbild
Quelle: Shutterstock

Hochzuverlässige Organisationen weisen trotz grosser technologischer Komplexität und hoher Risiken deutlich weniger Vorkommnisse auf, als statistisch zu erwarten wären. Dabei stellt sich die Frage, wie Arbeitssysteme mit hohem Gefahrenpotential sicher und zuverlässig agieren können. Der achtsame Umgang mit Sicherheit ermöglicht es, komplexen soziotechnischen Systemen, wie Kernkraftwerke es sind, mit Unerwartetem zu rechnen und damit umzugehen. Auch wenn Risiken nicht komplett ausgeschlossen werden können, so können doch Störungen, Abweichungen und Fehler reduziert und aus ihnen gelernt werden. Durch sicherheitsgerichtetes Handeln tragen die Mitarbeitenden tagtäglich dazu bei, dass die Organisation sowohl unter erwarteten als auch unerwarteten Bedingungen jederzeit handlungsfähig bleibt. Dafür bedarf es einer Kultur für Sicherheit, welche ein integraler Bestandteil des sicherheitsgerichteten Handelns der Mitarbeitenden im Umgang mit (Un-)Sicherheit ist. So leistet der Mensch einen wesentlichen Beitrag zur Mission der Kernkraftwerke, auch in Zukunft sicher, zuverlässig und wirtschaftlich Strom zu produzieren.
 
Schwerpunkt des Kurses ist die Vermittlung von Praxiswissen aus dem Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation. Der Kurs gibt einerseits einen kurzen Einblick in die Grundlagen der Psychologie, des Erlebens und Verhaltens von Menschen, und in die Fehler-, Lern- und Sicherheitskultur von Kernkraftwerken. Andererseits wird an konkreten Beispielen aufgezeigt, wie HOF-Faktoren (Human and Organizational Factors) in der Praxis umgesetzt werden, welche Erfahrungen dabei gemacht werden und wo sich Herausforderungen stellen. Abgeschlossen wird die Veranstaltung mit einem Networking-Apéro.
 
Der Kurs richtet sich an Mitarbeitende in Kernanlagen und Zulieferfirmen, an Vertreterinnen und Vertreter von Behörden sowie an Studierende und Mitarbeitende von technischen und sozialwissenschaftlichen Universitäten und Fachhochschulen.
  
Nuklearforum Schweiz
KOMMISSION FÜR AUSBILDUNGSFRAGEN

Laura Perez, Präsidentin

Referenten

Hedwig Schregle

Hedwig Schregle

Hedwig Schregle ist seit 2019 stellvertretende Leiterin des HRO-Zentrums (High Reliability Organization) der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG. Nach ihrer Ausbildung zur dipl. Pflegefachfrau HF erlangte sie den Master of Science in Wirtschaftspsychologie. Nach acht Jahren im Gesundheitswesen war Hedwig Schregle sechs Jahre als Fachspezialistin HOF (Human and Organisational Factors) bei der Kernkraftwerk Leibstadt AG tätig bevor sie nach Gösgen wechselte.
Katrin Fischer

Prof. Katrin Fischer

Katrin Fischer ist seit 2005 Professorin am Institut Mensch in komplexen Systemen der Hochschule für Angewandte Psychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Nach ihrem Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, erlangte sie einen Abschluss als Diplom-Psychologin. 1996 promovierte sie im Fachbereich Maschinenbau und Produktionstechnik an der Technischen Universität in Berlin.
Von 1991 bis 2003 war Katrin Fischer zuerst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, später als Hochschulassistentin am Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Berlin tätig. Daraufhin arbeitete sie bis 2005 am Institut für Psychologie der Universität Potsdam als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschergruppe «Conflicting Rules» der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)».
Katrin Fischers Kompetenzschwerpunkte sind die Arbeits- und Organisationspsychologie insbesondere Sicherheits- und Ingenieurpsychologie, Human Factors und System Safety, die Entscheidungspsychologie und die psychologische Risikoforschung.
Dominique Kuster

Dominique Kuster

Dominique Kuster ist in der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG verantwortlich für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitskultur und dazugehörenden Projekten wie zum Beispiel das Einführen von Meldesystemen für Abweichungen.
Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Fernfachhochschule (FFHS) folgte ein Psychologiestudium an der FernUni Schweiz in Bern.
Seine Laufbahn begann als Pikettingenieur im Kernkraftwerk Gösgen. Danach war er Simulator-Instruktor und später Leiter Human and Organisational Factors (HOF) sowie Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheitskultur.
Daniele Dagani

Daniele Dagani

Daniele Dagani ist seit 2011 Fachspezialist in Betriebssupport Analysen und Ereignisse im Kernkraftwerk Beznau. Nach seinem Studium als Ingenieur in Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der Zürcher Fachhochschule (ZFH) folgte 2013 bis 2014 eine Ausbildung an der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Daraufhin erlange Daniele Dagani 2014 das Certificate of Advanced Studies (CAS) in Human Factors zum Thema «Psychologische Hintergründe und Bedingungen für menschliches Risiko- und Sicherheitshandeln in hochtechnologisierten Branchen». 2007 bis 2011 war er als Projektingenieur / Maschinenbauingenieur bei der ehemaligen AF-Consult Switzerland Ltd in Baden tätig.
Uwe Kasemeyer

Dr.-Ing. Uwe Kasemeyer

Dr.-Ing. Uwe Kasemeyer arbeitet seit 2010 als Assistent des Geschäftsführers und Projektleiter für die Zwilag AG. Er studierte an der Technischen Universität Braunschweig Maschinenbau mit den Schwerpunkten Raumflug- und Reaktortechnik und promovierte in Reaktorphysik an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und am Paul Scherrer Institut (PSI). Anschliessend vertrat er die Schweiz am Halden-Reaktor-Projekt der OECD in Norwegen und war für die Auslegung und Verfolgung verschiedener Projekte zur Brennstoffentwicklung verantwortlich. Ab Frühjahr 2000 arbeitete er am PSI und anschliessend im Kernkraftwerk Beznau im Bereich Reaktorsicherheit und absolvierte ein Nachdiplomstudium zum Wirtschaftsingenieur.
Heike Kaulbarsch

Dr.-Ing. Heike Kaulbarsch

Dr.-Ing. Heike Kaulbarsch arbeitet seit Januar 2020 als Stabstellenleiterin im Kernkraftwerk Leibstadt und ist vor allem für die Auswertung der Betriebsverantwortung zuständig.
Sie studierte Energie- und Verfahrenstechnik an der Technischen Universität in Berlin. Nach ihrer Promotion 2003 begann sie ihre Tätigkeit im Bereich der Kerntechnik. Zunächst arbeitete sie bei der Firma Framatome / Areva im Bereich der Störfallanalysen. 2010 blieb sie diesem Themenfeld bei ihrer Tätigkeit als Ressortleiterin in der Abteilung Sicherheit im Kernkraftwerk Beznau treu.
Annelies Boutellier

Annelies Boutellier

Annelies Boutellier arbeitet seit 2017 als Projektleiterin im Kernkraftwerk Leibstadt. Sie schloss 2020 das Studium zur dipl. Projektmanagerin NDS HF ab und unterstützt seither die Fachstelle Human and Organisational Factors (HOF) bei technischen Projekten.
Ihre ersten Erfahrungen in der Elektrizitätsbranche sammelte sie während ihrer Lehre zur Elektromonteurin EFZ. Zwischen 2011 und 2017 war Annelies Boutellier als Teammitglied und Teilprojektleiterin in unterschiedlichen technischen Projekten im Kernkraftwerk Leibstadt tätig.
Holger Knissel

Dr. Holger Knissel

Dr. Holger Knissel ist seit 2010 beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) tätig. Zuerst in der Sektion Neue Kernkraftwerke und seit 2013 in der Sektion Mensch und Organisation (MEOS). Holger Knissel absolvierte ein Studium der Metallurgie und Werkstofftechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen und promovierte am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) in Freiburg.
Von 1999 bis 2010 war er als Entwicklungsingenieur bei der Alusuisse, später Alcan, tätig, davon sieben Jahre in einer Führungsposition.
Larissa Peloli

Larissa Peloli

Larissa Peloli ist seit 2013 als Fachspezialistin bei der Sektion Mensch und Organisation (MEOS) des ENSI tätig mit den Themenschwerpunkten Aufsicht- und Sicherheitskultur sowie Managementsysteme und Ausbildungskoordination.
Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung und Tätigkeiten in unterschiedlichen Branchen arbeitete Larissa Peloli während zehn Jahren als Flugbegleiterin. Ab 2006 war sie parallel zu ihrem Studium in angewandter Psychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Freelancerin bei Swiss tätig.
Nicolas Cedraschi

Nicolas Cedraschi

Nicolas Cedraschi stiess 2004, direkt nach Abschluss seines Studiums an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, zu den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Als System Engineer leitete er verschiedene Projekte in den Bereichen Spezifikationen, Integrationen, Testing und Anomalienhandling. Es folgte eine Position als Teamleiter ETCS-Anwendungen, wo ihm die Verantwortung für Ressourcen- und Wissensmanagement oblag. Von 2009 bis 2018 war Nicolas Cedraschi Leiter Sicherheits-, Risiko- und Qualitätsmanagement der Division SBB Cargo, wo er unter anderem das Sicherheitsmanagement System (SMS) aufbauet und verantwortete. Danach war er für zwei Jahre Leiter Sicherheit und Service Delivery Support bei Anlagen und Technologie und seit 2020 Leiter Sicherheit der SBB.      
Jennifer Küpper, KKB

Jennifer Küpper

Jennifer Küpper ist seit 2020 Leiterin Ausbildung & Organisation im Kernkraftwerk Beznau. Der Einstieg in die Energiebranche begann für Jennifer Küpper mit einem Ferienjob im Kernkraftwerk Beznau während ihres Betriebsökonomiestudiums an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Nach dem Bachelorabschluss arbeitete sie für den Axpo-Konzern in Baden in diversen Bereichen des Human Resources. 2015 kehrte Jennifer Küpper zum Kernkraftwerk Beznau zurück, wo sie die ersten drei Jahre für administrative und konzeptionelle Aufgaben der allgemeinen Kraftwerksausbildung zuständig war. Danach übernahm sie die Teilprojektleitung für die Themen Organisations- und Personalentwicklung im Stilllegungsvorbereitungsprojekt «HERON». Gleichzeitig absolvierte sie einen Master-Studiengang in angewandter Psychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).
Katja Iseli, KKL

Katja Iseli

Dr. Katja Iseli ist seit Januar 2020 als Fachspezialistin HOF bei der Kernkraftwerk Leibstadt AG tätig. Dort ist sie für die Weiterentwicklung menschlicher und organisatorischer Aspekte zuständig und betreut das Sicherheitskulturprogramm sowie die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschinen bei Anlagenänderungen. Zuvor war Katja Iseli als Projektleiterin sowie Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin beim Kanton Basel-Landschaft angestellt. Nach einem berufsbegleitenden Psychologiestudium an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften promovierte Katja Iseli 2014 an der Universität Hildesheim in Psychologie. Sie besucht weiterhin diverse Schulungen und Weiterbildungen im Bereich Psychologie.

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